Unser Heimatdorf Weidenhausen

Weidenhausen ist ein kleines Dorf mit rund 500 Einwohnern an der südlichen Abdachung des Rothaargebirges im Nordosten des Kreises Siegen-Wittgenstein (Nordrhein-Westfalen). Die Ortsmitte liegt 530 Meter über NN an der B480.

 

Bei der kommunalen Neugliederung im Jahre 1975 wurde die ehemals selbständige Gemeinde Weidenhausen zu einem der 23 Ortsteile der Stadt Bad Berleburg. Bad Berleburg ist mit rund 275 km2 Gesamtfläche die zweitgrößte Flächengemeinde von Nordrhein-Westfalen. Die Kernstadt Bad Berleburg hat rund 7.500 Einwohner - insgesamt leben in allen Ortsteilen zusammen derzeit rund 22.500 Menschen (Stand: 2006). Neben der Anerkennung als Luftkurort kann Bad Berleburg u. a. ein weiteres besonderes Merkmal bieten: Die Stadt gehört wie der gesamte Bereich Wittgenstein zu den waldreichsten Gebieten Deutschlands. 67% der gesamten Gemeindefläche werden forstwirtschaftlich genutzt.

 

Für das Bestehen der Ortschaft Weidenhausen stammt die älteste gesicherte Erwähnung aus dem Jahre 1309. Damals stiftete Curt vom Bernhäuser Hof der Kirche "unserer gnedigen Frowen" zu Weidenhausen einen Florin. Die Liebfrauenkirche (St. Marien) gehörte bis zur Reformation im Jahre 1555 zur Erzdiözese Mainz.

 

Diese Kirche ist auch heute noch der Dorfmittelpunkt von Weidenhausen. Direkt an der Bundesstraße gelegen, besticht sie durch ihre außergewöhnliche Form: An den alten, massigen Turm, dessen Mauern fast 1,5 Meter stark sind, schließt sich das Kirchenschiff als achteckiger Zentralbau mit zeltartigem Mansardendach an. Das Kirchenschiff war ehemals anders, wahrscheinlich als Längsschiff, gestaltet. Doch es war im Laufe der Jahrhunderte so baufällig geworden, dass es im Jahre 1763 abgebrochen werden musste. Nur der wehrhafte, romanische Turm, der noch aus der Zeit vor 1309 stammt, blieb beim Abriss erhalten. Der Neubau des Kirchenschiffes in der heutigen Form wurde am 1. November 1765 feierlich eingeweiht.

 

Die Bewohner des Dorfes Weidenhausen blieben in den vergangenen Jahrhunderten von vielen Rückschlägen nicht verschont. Vor allem Kriege, Pestzeiten und Feuersbrünste machten den Menschen arg zu schaffen.

 

Besonders im Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648 waren in unserem Ort oft Einquartierungen zu verzeichnen. Raub, Plünderung, Vergewaltigung und in den schlimmsten Fällen Verletzungen und Tod waren oft die Folge. In den Pestzeiten wurde die Zahl der Einwohner, ebenso wie in anderen Orten, bis auf die Hälfte dezimiert. Die Feuersbrünste im April 1725 und im März 1811 zerstörten Hab und Gut eines Großteils der Bevölkerung von Weidenhausen und führten zur völligen Verarmung.

 

Die wirtschaftliche Entwicklung im 20. Jahrhundert hat auch Weidenhausen aus dem jahrhundertlangen Dornröschenschlaf geweckt. Schon 1958 hat sich im Ortsbereich ein Industrieunternehmen (Drahtzieherei) niedergelassen, wodurch die ehemals einseitige landwirtschaftliche Struktur verändert wurde. Einige Gewerbebetriebe und ein Maschinenbauunternehmen bieten darüber hinaus ein paar Arbeitsplätze im Ort. Bedingt durch den Bedeutungsverlust der Landwirtschaft hat Weidenhausen sich in den letzten Jahren stärker zu einer Wohngemeinde entwickelt. Es bleibt abzuwarten, wie das neu eingerichtete, 10 Hektar große Gewerbe- und Industriegebiet im Westen des Ortes die weitere Entwicklung beeinflusst.

 

Heute gibt die Ortschaft Weidenhausen ein lebendiges, attraktives und reizvolles Dorfbild ab. Der alte Dorfkern bei und hinter der schönen Kirche ist noch dörflich strukturiert. Das Vereinsleben als Säule der Dorfgemeinschaft ist sehr ausgeprägt, was durch das in der ehemaligen Schule befindliche Dorfgemeinschaftshaus noch gefördert wird. Da sich Weidenhausen besonders für die ruhige, naturnahe Erholung eignet, hat der Fremdenverkehr mit drei größeren Pensionen eine gewisse Bedeutung erlangt.

 

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